Was man über Ho Chi Minh Stadt wissen sollte

Ho Chi Minh Stadt ist, gemessen an der Einwohnerzahl, die größte Stadt in Vietnam und nach dem Staats- und Ministerpräsidenten Ho Chi Minh benannt. Bis 1975 war sie die Hauptstadt des Landes. Als wirtschaftliches Zentrum im Süden von Vietnam entwickelt sich die Stadt sehr schnell. Anders als in Hanoi zieren hier auch unzählige Wolkenkratzer im innerstädtischen Bereich die Skyline. HCMC verwandelt sich momentan in eine Art neues Singapur. Saubere Straßen, Bürokomplexe, Shopping Center und Apartmentgebäude tragen einen großen Teil dazu bei. Das Nachtleben pulsiert täglich in den unzähligen Bars und Clubs. Dazu verleihen der Stadt dann auch noch viele Kolonialbauten aus der Zeit der französischen Besetzung einen ganz speziellen Charme, der sich zwischen Vergangenheit und Moderne bewegt.

Von Ho Chi Minh Stadt aus ist es nicht weit bis zu den Cu Chi Tunnels, dem Mekong Delta, tollen Stränden und andere Sehenswürdigkeiten. Ob als Kultur- und Naturliebhaber oder aber als Partykanone, die Stadt und ihre Umgebung hält für jeden etwas bereit. Spannung, Spaß und Aktion gibt es in Ho Chi Minh Stadt auf jeden Fall zu finden.

Ho Chi Minh Stadt Skyline bei Nacht

Grenzübertritt von Kambodscha nach Ho Chi Minh Stadt

Wir fuhren mit dem Bus von Phnom Penh nach Saigon. An der Grenze von Kambodscha mussten wir unser Gepäck aus dem Bus holen, uns den Ausreise- und Einreisestempel abholen, das Gepäck scannen lassen und es zurück zum Bus chauffieren, um weiter Richtung Saigon zu fahren. Reibungslos und ohne Korruption waren wir innerhalb weniger Minuten fertig. Dieser Grenzübertritt verlief definitiv um einiges professioneller und schneller als der von Don Khon nach Siem Reap (von Laos nach Kambodscha). 😀

Die ca. 8-9-stündige Fahrt kostete pro Person ungefähr 9 Euro.

Erkundungstour zu Fuß

Nach der Ankunft am Busbahnhof machten wir uns mal wieder auf die schon sehnsüchtig erwartete, schleppende Suche nach einer Unterkunft. Nachdem wir nach zwei Stunden unzufrieden in das gerade vor unseren Augen erstbeste Hostel eingecheckt hatten, machten wir uns abends erneut auf die Suche. Diesmal aber mit Bier und freien Schultern, was uns recht schnell zu einem zentral aber ruhig gelegenen Hostel führte – unserer neuen Unterkunft für die nächsten Tage.

Da die meisten Sehenswürdigkeiten von unserer Unterkunft aus super zu Fuß erreichbar sein sollten, verzichteten wir am nächsten Tag auf jegliche Art von Taxen, um so einige Kilometer zurückzulegen. Puha, sicherlich perfekt für unser Motto, aber brennend für die Füße. War vielleicht doch nicht alles so nah wie wir dachten. 😀

Strassenszene Saigon

Die Stadt flashte uns eigentlich schon vom ersten Abend an, da wir immer wieder zufällig die schönsten und besten Ecken von Ho Chi Minh Stadt zu Gesicht bekamen. Die gesamte Tour war atemberaubend und auch Martin, der schon einmal vor sieben Jahren in der Stadt war und diese weniger schön fand, kehrte seine Meinung um 180 Grad. Er war sprachlos. Wow, was für eine Stadt!

Ausblick von der Chill Sky Bar

Was macht man in einer Stadt voller Wolkenkratzer? Richtig, selber an den Wolken kratzen. Wir hatten uns für die Chill Sky Bar entschieden, eine eher durch Zufall gefundene Roof-Top Bar, bei der man keinen Eintritt, aber einen Cocktail, zahlt. Perfekt. Wir hatten es gerade noch rechtzeitig zum Sonnenuntergang geschafft. Die Aussicht war spektakulär, die Ruhe in luftiger Höhe angenehm und die Temperaturen gefühlt immer milder. Alles in allem also ein toller Zufluchtsort, um dem Lärm und der Hitze der Straßen zu entfliehen.

Blick auf Saigon von der Chill Sky Bar

War Remnants Museum

Wenn man an Vietnam denkt, dann sicherlich auch früher oder später an den Vietnam-Krieg. Keine schöne Vergangenheit, aber man sollte sich hier, ähnlich wie mit dem Tuol Sleng Genozid Museum oder den Killing Fields in Phom Penh, mit der Geschichte des Landes befassen. Somit haben auch wir uns am nächsten Mittag auf den Weg zum War Remnants Museum (Kriegsopfermuseum) gemacht.

Vor dem Eingang des Museums befinden sich Panzer, Artilleriegeschütze und Hubschrauber und ein kleiner Abschnitt, in dem die damaligen Foltermethoden verbildlicht und erklärt wurden. Des Weiteren bietet das Museum über 20.000 Dokumente und Exponate, darunter auch einige Bombensplitter und weitere Überreste von Waffen, die während des Krieges eingesetzt wurden.

Du kannst das Museum täglich zwischen 7.30 – 11.30 Uhr und 13.20 – 16.30 Uhr besichtigen. Der Eintrittspreis beträgt 15.000 VND (Vietnamesische Dong), ca. 0,60 €.

Museum of Fine Arts

Da wir beide an Kunst interessiert sind, Martin sich damit allerdings weniger auskennt, stand das Museum of Fine Arts natürlich auch auf unserer Liste. Die drei nebeneinander stehenden Kolonialgebäude umfassen Sammlungen und Werke vietnamesischer und internationaler Künstler. Alles in einem ein schönes, am Ende aber auch nicht unbedingt notwendig zu besuchendes Museum – wenn du verstehst ;D

Ho Chin Minh Stadt Fine Arts Museum

Der Eintritt ist mit 10.000 VND (vietnamesische Dong) sehr günstig. Die Ausstellungen sind von 9:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet und verteilen sich auf drei Gebäude.

Notre Dame Kathedrale

In Ho Chi Minh Stadt waren die katholischen Kirchen bereits ziemlich auffällig für uns. Anders als in unseren zuvor bereisten Ländern Thailand, Laos und Kambodscha, war der Buddhismus zwar auch die Religion mit den meisten Anhängern, aber dennoch nicht so stark wie in den Nachbarländern vertreten. Ein berühmtes Exemplar der Kolonialreligion ist die Notre Dame Kathedrale, die aber von der Größe her eher einer Kirche gleicht. Leider war sie geschlossen als wir ankamen. Aber, kein Grund zur Sorge, denn eine Gruppe vietnamesischer Jugendlicher hatte nichts anderes im Sinn als Fotos mit uns zu machen :-).

Gruppenfoto vor der Kirche

Notre Dame Kathedrale Ho Chi Minh Stadt

Altes Postgebäude

Gegenüber der Kathedrale befindet sich das alte Postgebäude von Ho Chi Minh Stadt. Ebenfalls im französischen Kolonialstil gehalten, dient es heute noch als Hauptpostamt. Du kannst also auch Postkarten von hier aus in alle Welt verschicken oder dich im Souvenir-Bereich im Inneren umschauen. Geöffnet ist das Postamt von 07:00 Uhr bis 19:00 Uhr, außer am Wochenende, dann ist um 18:00 Uhr Feierabend.

China Town

In Bangkok hatten wir es verpasst, bzw. nicht geschafft, uns China Town anzusehen. Das sollte nun nachgeholt werden. Als wir bereits am Bahnhof waren, um uns Zugtickets für die Weiterfahrt nach Mui Ne zu kaufen, wurden wir auf den Stadtbus aufmerksam, der vom Bahnhof aus nach China Town im fünften Distrikt fahren sollte. Top Preis! Für die ca. 5 Kilometer zahlten wir ca. 1,20 €. Nach 5 Stationen bemerkten wir, dass die Fahrt für uns in die genau entgegengesetzte Richtung verlief. Nach einer kurzen Wartezeit auf der anderen Straßenseite ging es dann aber in die richtige Richtung. In China Town angekommen, sah fast alles genauso aus wie im Rest der Stadt :-). Der Trip hatte sich also nicht wirklich gelohnt. Dazu fing es noch an zu regnen und das einzige Restaurant weit und breit, welches versprach unsere knurrenden Mägen zu stopfen, war außerordentlich teuer. Taxen fuhren in der Gegend auch kaum und einen Bus zurück zum Zentrum fanden wir ebenfalls nicht. Letztendlich klappte dann doch noch alles, so dass wir wieder am Ufer des Song Sai Gon Flusses im Zentrum ankamen.

Partymeile Pham Ngu Lao Street und Bui Vienh Street

Nach der ersten Nacht hatten wir unsere Unterkunft gewechselt und ein kleines Hotel nahe des Party-Zentrums gefunden. Ähnlich wie die Khao San Road in Bangkok fanden wir hier die Gegend um die Pham Ngu Lao und Bui Vienh Straßen vor. Reisende jeglichen Alters finden hier in den unzähligen Bars und Restaurants, direkt an der Straße, einen Ort der Unruhe :-). Laute Musik dröhnt aus fast jedem Restaurant oder jeder Bar, Feuerspucker und andere Straßenkünstler geben ihre Fähigkeiten zum Besten und alle zwei Meter bekommt man Flyer in die Hand gedrückt oder wird dazu überredet auf ein Bier zu bleiben. Leicht bekleidete vietnamesische Frauen sind dort ebenso anzutreffen wie Dealer. Wer sich auf der Khao San Road wohl fühlt, ist auch hier genau richtig. Wir haben es uns genau ein Bier lang angesehen.

Baustellen und Vertical Farming / Gardening

Bei so vielen Tipps rund ums Sightseeing möchten wir aber auch wieder einen kleinen Link zum Thema Nachhaltigkeit ansprechen. Wie und wo soll es denn in Ho Chi Minh Stadt mit immerhin 8,4 Millionen Einwohnern nachhaltig zugehen? Inmitten der vielen Baustellen und Hochhäuser fanden wir ein Hochhaus, in dem Vertical Farming/Gardening angewandt wird. Hochhäuser wie dieses eignen sich sehr gut zum Gemüse, Obst oder auch kleinere Bäume bepflanzen. Das verbessert nicht nur die Luft und reduziert CO2, sondern bietet auch der Stadtbevölkerung die Chance, sich wieder mehr mit der Natur zu identifizieren.

Urban Vertical Gardening Saigon

Wiedersehen mit Freunden

An zwei Abenden haben wir uns auch mit einer Freundin getroffen, die Martin noch aus seiner Praktikumszeit in Hanoi kannte. Zuerst waren wir in einem typischen vietnamesischen Restaurant. Einer der besten Hot-Pots war das High-Light des 3-Gänge-Menüs. Wir rollten beinahe hinaus auf die Straße um uns ein Taxi herbeizuwinken. An Laufen war wirklich nicht mehr zu denken :-).

Am zweiten Abend verschlug es uns in eine Salsa-Bar. Einige Cocktails und Biere später waren wir inmitten der heißen Salsa-Rythmen auf der Tanzfläche. What a night und was für ein tolles Wiedersehen!

Cu Chi Tunnels nahe Ho Chi Minh Stadt

Die Cu Chi Tunnels sind ein Tunnelsystem, das sich einst über 200 km unterirdisch erstreckte. Während des Vietnamkrieges nutzten die Vietcong diese Tunnel, um gegen die Amerikaner zu kämpfen, darin zu leben oder militärische, strategische Knotenpunkte zu erschließen. Etwa 70 Kilometer von Ho Chi Minh Stadt entfernt befinden sich die Cu Chi Tunnel. Täglich fahren zahlreiche Touren entweder mit Bussen oder Minivans dorthin.

Sara entschied sich für eine Halbtagestour für 12 US Dollar. Im Preis inbegriffen waren der Eintritt sowie der Transport hin und zurück.

Cu Chi Tunnels

Fazit:

Dafür dass es sich hier um eine Großstadt handelt, ist Ho Chi Minh Stadt ein Ort, an dem man es sehr gut aushalten kann. Wir haben noch viel mehr gesehen als hier beschrieben, wollten den Text aber nicht unnötig aufblähen. Meist hätten ein bis zwei Sätze zu den anderen Attraktionen gereicht. Mehr muss dieses Mal aber nicht gesagt werden. Weniger ist mehr 🙂

12 Comments

  1. Wow ein klasse Beitrag. Sehr interessant diese vielen verschiedenen Plätze. Das wäre definitiv auch was für mich :). Und die Fotos sind super.
    Liebe Grüße Nadine

  2. Super Beitrag! Ich möchte auch unbedingt wieder Richtung Asien. Die Bilder sind wirklich sehr schön und machen richtig Lust auf ‚Urlaub‘ 🙂

    Liebe Grüße
    Nadine von tantedine.de

    • Hey Ina,
      vielen Dank. Der Ausblick war wirklich klasse. Vor allem waren wir bis auf 4 andere Personen die einzigen dort oben und konnten komplett ungestört die Aussicht genießen. Sehr zu empfehlen 😉

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